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Ramses II., der im Alter von 25 Jahren an die Macht kam, trägt seinen volkstümlichen Beinamen "der Große" völlig zu Recht. Seine ausgiebige Regierungszeit von 67 Jahren war eine Abfolge von Superlativen.
Kein anderer Pharao ließ so viele Tempel errichten, so viele Monumentalskulpturen und Obelisken aufstellen, und keiner seiner Vorgänger zeugte so viele Kinder. Kaum ein ägyptischer Text wurde in so vielen Abschriften verbreitet wie derjenige, der seinen sogenannten Sieg über die Hethiter bei Kadesch feiert. Als er mit über neunzig Jahren starb, hatte Ramses II. dem ägyptischen Reich seinen Stempel unauslöschlich aufgeprägt.
Schon als jugendlicher Prinz lebte Ramses im Geist der militärischen Tradition, die sein Großvater und Namenspatron gegründet hat. Von Kind auf galt er als Hoffnungsträger der neuen Dynastie. Im Alter von zehn Jahren erkannte man ihm den Titel des "ältesten Königssohns" zu (freilich nur, weil es keinen anderen gab; sein älterer Bruder lebte längst nicht mehr). Noch als Teenager tauchte er in kleinerer Gestalt neben Setoy auf den Reliefs von Karnak auf, die dessen libysche Feldzüge schildern, und später durfte er an Setoys Kampagnen gegen die Hethiter in Syrien teilnehmen.
Der junge Königssohn dürfte im Harnisch eine gute Figur gemacht haben neben seinem kampferprobten Vater, bei dem er die Kriegskunst und die Finessen der Staatslenkung erlernte. Ramses wird schon damals in vielen Inschriften erwähnt: als Aufseher der Obeliskenfertigung in den Steinbrüchen von Aswan, an der Durchführung wichtiger Bauprojekt Setoys I. beteiligt, sowie bei der Einweihung seines eigenen , kleineren Osiristempels bei Abydos. Die Inschriften vieler aufstrebender Hofbeamter zeugen von Setoys Begabung, vielversprechende junge Männer auszumachen, die er zusammen mit Ramses aufwachsen ließ, damit sie ihm einst loyal dienten; freilich sollte er die meisten von Ihnen überleben.
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